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| Matschiner belastet Kohl schwer |
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| Geschrieben von Michael Fruhmann, ORF.at | |
| Dienstag, 21. Juli 2009 | |
Im Dunstkreis von Bernhard KohlDer oberösterreichische Sportmanager Stefan Matschiner, die mutmaßliche "Spinne im heimischen Dopingnetz", hält mit Teilen seines Wissens in der Diskussion über Ex-Radprofi und Dopingsünder Bernhard Kohl, seinem früheren Schützling, nicht länger hinter den Berg: "Mir reicht es." Kohl, der Bergkönig und Gesamtdritte der Tour de France, hat demnach nicht nur Triathlet Hannes Hempel mit Dopingmitteln versorgt, wie von Kohl zugegeben und von Hempel bestritten wurde - wiewohl Matschiner gegenüber ORF.at betonte: "Mir bestätigte Kohl nur mehrmals, dass er von Hempel was gekriegt hat. Dass der Deal auch in die andere Richtung lief, erfuhr ich erst aus den Medien." "Ich muss es wissen" Dass der Niederösterreicher Kohl ("Ich habe meistens die Wahrheit gesagt") als Lieferant mehreren Sportlern einen Dienst erwies, steht für Matschiner ("Kohls Aussagen sind in vielerlei Hinsicht lächerlich") jedoch außer Zweifel. "Das weiß ich bzw. muss ich wissen, weil er es von mir ja bekommen hat." Im Dienste der Kollegen Beweisen könne Matschiner, der Dopingmittel laut eigenen Angaben "aus verschiedensten Quellen in Österreich und dem Ausland" bezogen hatte und den nach fünfwöchiger U-Haft "vermutlich" im Oktober ein Prozess nach dem neuen Anti-Doping- bzw. Arzneimittelgesetz erwartet, die Übergabe von Dynepo u. a. an einen weiteren Ex-Teamkollegen Kohls. Treffen in Rosenheim "Ob er es ihm zu meinem Preis weitergegeben hat, weiß ich nicht. In der Branche ist ein kleiner Bonus aber üblich" - ebenso wie das muntere und ungehemmte "Durchtauschen unter Freunden". Doping-Wunschkonzert Der finanzielle Ertrag - "in dieser Angelegenheit" - sei freilich marginal gewesen, sowohl für Zwischenhändler Matschiner wie für für den mutmaßlichen "Endverkäufer" Kohl, der zuletzt (auch gegenüber ORF.at) behauptete, lediglich Hempel versorgt und diesem nur drei Ampullen AMTH2 weitergegeben zu haben. In der Wirkung soll diese Substanz angeblich mit Testosteron vergleichbar sein, wobei derzeit allerdings noch fraglich und Gegenstand einer Überprüfung ist, ob AMTH2 überhaupt unter das Arzneimittel- oder das Anti-Doping-Gesetz fällt. "80 Euro pro 2.000 Einheiten" "Jedenfalls hat Kohl das Zeug von mir für andere gekauft." Die Kosten dafür beliefen sich laut Matschiner bei Dynepo auf 80 Euro pro 2.000 Einheiten. Inhalt einer Schachtel: sechs mal 2.000 Einheiten. "Davon bleibt dem Verkäufer nicht viel bis nichts übrig." "Diese 80 Euro sind der Einkaufpreis, den ich bezahlte. Bei Leuten wie Kohl schlug ich nichts drauf." Welchen Preis der Ex-Radprofi bei Kollegen letztlich für sich beanspruchte, sei die andere, entscheidende Frage. "In einer eigenen Liga" Erst dann rechne sich das in der "Liga, in der ich oder besser gesagt meine Athleten spielten. Der Verkauf von Dopingmittel wie Dynepo allein ist im Spitzensport unlukrativ", weil die Masse an Abnehmern fehle. Ganz anders ist das laut Matschiner freilich im Hobbysport. Michael Fruhmann, ORF.at |
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